Clubgeschichte und Geschichte des Galopprennsports in Wien

Clubgeschichte und Geschichte des Galopprennsports in Wien

Die Geschichte des Wiener Rennvereins ist eng mit jener des Wiener Galopprennsports verbunden:

Am 30. März 1826 wurde der sogenannte „Wiener Wettrenn-Ausschuß“ gegründet, welcher auf der Simmeringer Haide jährlich Galoppwettrennen organisierte. Seine Tätigkeit übernahm ab 1838 die Wiener Pferderennen-Gesellschaft, ab 1839 wurden die Wettrennen auf der neu errichteten Rennbahn auf der Freudenau ausgetragen. Ab 1858 trat der Wiener Wettrenn-Verein als Veranstalter auf. Am 23. Mai 1868 fusionierte der Wiener Wettrenn-Verein als Betreiber der Rennbahn Freudenau mit dem Jockey-Club als oberste Rennbehörde. 

Im Februar 1932 wurde schließlich der durch den Jockey Club geführte Rennbetrieb durch die Österreichische Renn- und Campagnereiter-Gesellschaft übernommen. Innerhalb dieser wurde schlussendlich der Wiener Rennverein am 7. März 1932 unter Vorsitz des Fürsten Ulrich Ferdinand Kinsky von Wchinitz und Tettau als Präsident der Renn- und Campagnereitergesellschaft und des Proponentenkomitees in Wien gegründet. 

Von der konstituierenden Generalversammlung wurde Fürst Ulrich Kinsky als erster Präsident mit großer Mehrheit gewählt. Der Rennverein war Korporativ-Mitglied der Campagnereiter-Gesellschaft. Ihre damaligen Mitglieder hatten Anspruch auf Aufnahme als Mitglied in den Rennverein. Damen, welche Familienangehörige eines Mitglieds oder selbst Rennstallbesitzerin waren, konnten als außerordentliche Mitglieder aufgenommen werden. Sitz des Wiener Rennvereins war das Hotel Bristol, Mahlerstraße 6, 1010 Wien. Zweck des Wiener Rennvereins war die Förderung der österreichischen Warmblutzucht und Prüfung ihrer Produkte sowie die Pflege des Rennsports. 

Nach Rücktritt des ersten Präsidenten wurde am 9. Jänner 1937 Generalmajor Dr. Carl Graser zum zweiten Präsidenten gewählt. Nach dem Anschluß an das Dritte Reich wurden die Satzungen geändert, die Clublokalitäten übersiedelten in die Räumlichkeiten des behördlich aufgelösten Jockey Clubs in den Philipp-Hof, welcher im Februar 1945 samt allen Unterlagen und Archiven des Clubs einem Bombenangriff zum Opfer fiel.

Nach einem Zwischenspiel in der Stiegengasse fand der Wiener Rennverein im Palais Pallavicini Unterkunft, dort wurde am 30. März 1946 Bundesminister Dr. Eduard Heinl als Präsident des Clubs gewählt. 

Seit damals ist der Wiener Rennverein ausdrücklich eine unpolitische Vereinigung, seine Clubräumlichkeiten dienen der Pflege der Geselligkeit, internationaler Beziehungen und kulturellen Zwecken. Gleichzeitig genießt der Wiener Rennverein weiterhin eine Nähe zu Hofburg und Diplomatie.

Präsidenten des Wiener Rennvereins

1932: 1. Präsident S.H. Fürst Ulrich Ferdinand Kinsky von Wchinitz und Tettau
1937: Generalmajor Dr. Carl Graser
1938: Graf Carl Khuen-Lützow
1946: Bundesminister Dr. Eduard Heinl
1957: Baron Friedrich Haymerle
1973: Gen.-Dir. Peter Winterstein
1982: RA Dr. Victor Sprosec
1995: Graf Franz Marenzi
Seit 2006: Prof. Ulrich Norbert Schulenburg

Präsidium

Prof. Ulrich N. Schulenburg, Präsident
Hon. Konsul Komm.-Rat Viktor Wagner, Vize-Präsident
Hon. Generalkonsul Dr. Wolfgang A. Breitenthaler, Vize-Präsident

Mitglieder des Vorstandes

RA Dr. Alexander Babinek
Dr. Peter Kahlhofer
KR Herbert Konrad
DDr. Paul Loser 

Korrespondierende Ehrenmitglieder des Vorstandes

Dr. Dieter Temt
RA em. Dr. Willibald Hauer